Brauchtumgsverein Forst / Pfalz

Hansel Fingerhut

Hanselfingerhut 2018

Rückblick auf 2018

Unser traditionelles Hanselfingerhut Spiel haben wir am 11. März 2018 mit viel Publikum, frohen Menschen und einer tollen Spielergruppe gefeiert. Hanselfingerhut und seine Truppe waren unermüdlich unterwegs. Hanselfingerhut hat die Mädchen und Frauen geküsst, die Nudelgret hat für ihre Brezeln geworben, Scherer und Hänrich Fähnrich haben den Übermut des Hansel Fingerhut gedämpft und Sommer und Winter haben um die Vorherrschaft gekämpft, Gewinner war natürlich der Sommer.

Der Hanselfingerhut in 2018 gespielt von Noah Steinrock, ist seit dem 17. Jahrhundert der Namensgeber des Spiels. In Narrengestalt mit buntem Flickenkleid, geschwärztem Gesicht und Händen treibt er sein lustiges, ausgelassenes Spiel. Mit Vorliebe stellt er Frauen und Mädchen nach und drückt ihnen einen rußigen Kuss auf die Wange. Im weiteren Spielverlauf wird der Kampf des Sommers (Manuel Reuther) mit dem Winter (Aaron Steinrock), in kegelförmigen Häuschen aus Stroh bzw. aus Efeu ausgetragen. Hierbei tritt der Henrich-Fähnrich (Tim Schuster) in seiner schmucken Landsknechtsuniform als Richter auf und schlichtet den Streit. Der Scherer (Jonathan Steinrock) versucht den Hansel-Fingerhut zu rasieren und lässt ihn zur Ader um seinen Übermut zu dämpfen. Die Nudelgret (Eliah Steinrock) versorgt die Spieler zur Stärkung mit frischen Hefebrezeln. Peter Lucas, der Moderator, erläutert während des Spielverlaufes die historischen Hintergründe des Spieles.

zur Bildergalerie...

Auszeichnung Immaterielles Kulturerbe

Am 29.5.2017 wurde der Gemeinde Forst die offizielle Urkunde über die Aufnahme in das immaterielle Kulturerbe in Berlin überreicht. Vertreten wurde unsere Gemeinde durch unseren Landrat Herr Hans-Ulrich Ihlenfeld, den Ortsbürgermeister Bernhard Klein und durch das Mitglied des Vereins f. Brauchtum und Dorfverschönerung Herr Peter Lucas, dem Abteilungsleiter Hansel Fingerhut. Die Gemeinde Forst und der Verein für Brauchtum sind sehr stolz auf dies Auszeichnung und bedanken sich für die tolle Unterstützung der der Ausführung dieses Vorhabens. Unser besonderer Dank gilt Herrn Bürgermeister Klein, Herrn Peter Lucas und vor allem dem Heimatforscher Helmut Seebach.

Fotos: © DUK/Christoph Löffler

  • Überreichung der Urkunde
  • Gruppenbild
  • Urkunde Immaterielles Weltkulturerbe Hanselfingerhutspiel

Über das Spiel

Am Sonntag Lätare - drei Wochen vor Ostern - feiert Forst mit dem Hansel-Fingerhut-Spiel sein Sommertagsfest. Das Spiel lässt sich urkundlich bis ins Jahr 1721 zurück verfolgen, hat seine Ursprünge aber wohl mindestens bereits in der ersten Hälfte das 17. Jahrhunderts. Mit diesem Brauch aus der alemannischen Fasnacht soll jedes Frühjahr der Winter vertrieben werden. Als erstes Frühlingsfest in der Verbandsgemeinde Deidesheim hat es sich zu einem beliebten Besuchermagneten entwickelt.

Hansel-Fingerhut-Spiel - Forst / Pfalz

In der Hauptsache handelt das Spiel vom alten Kampf zwischen Sommer und Winter, die durch mit Efeu und Stroh bedeckte kegelförmige Häuschen symbolisiert werden. In seiner ursprünglichen Form war dieser Kampf, aus dem selbstverständlich immer der Sommer als Sieger hervor geht, auch der einzige Bestandteil des Sommertagsspiels.

Nach der Ansiedlung von Immigranten aus der Schweiz nach dem 30-jährigen Krieg vermischten sich die hiesigen Bräuche mit Elementen aus dem alemannischen Raum, was sich vor allem in der Figur des Hansel Fingerhut in seinem Flickenkleid aber auch in der Person der Nudelgret wiederspiegelt. Der Henrich Fähnrich und der Scherer, deren Ursprung wiederum in der näheren Region zu finden ist, vervollständigten im Laufe der Jahre schließlich die illustre Spielergruppe.

  • Der Hansel Fingerhut ist ein lumpiger Geselle, der immer zu Schabernack aufgelegt ist.
  • Hansel-Fingerhut Spiel

Der Hansel Fingerhut, dem das Spiel seinen Namen verdankt, ist ein lumpiger Geselle, der immer zu Schabernack aufgelegt ist. Am liebsten stellt er jungen Frauen nach und am Sonntag Lätare kommt der Schelm voll auf seine Kosten: Kaum eine Besucherin des Fests geht von dannen, ohne dass der Hansel Fingerhut seinen rußigen Kuss auf ihrer Wange hinterlassen hat.

Das Spiel wird im Laufe des Nachmittags mehrfach auf der Dorfstraße aufgeführt.

Dabei erfahren die Zuschauer vom Moderator Details zu den einzelnen Figuren und über die Geschichte des Spiel. Nach der letzten Darbietung des Spiels vor der Felix-Christoph-Traberger-Halle werden die Sommertagsstecken der Kinder prämiert und abschließend wird der Winter symbolisch verbrannt und zumindest vorübergehend aus Forst verbannt.

Ansprechpartner:
Peter Lucas, hafi@brauchtumsverein-forst.de

Weitere Seiten