Brauchtumgsverein Forst / Pfalz

Hansel Fingerhut

Hanselfingerhutspiel - Finale

Rückblick auf 2019

Bei herrlichem Sommerwetter hat die Gemeinde Forst am Sonntag Lätare, dem 31. März 2019, ihr Hansel Fingerhut Fest gefeiert.
Begleitet von den schmissigen Klängen der Waldsemer Gasserassler ist der bunte Umzug durch unsere historische Dorfstraße zum Vorplatz an die Felix-Christoph Traberger Halle gezogen. Mehrere Male wurde in der Dorfstraße das historische Spiel, der Kampf des Winters mit dem Sommer, aufgeführt.

zum bebilderten Rückblick...

Auszeichnung Immaterielles Kulturerbe

Am 29.5.2017 wurde der Gemeinde Forst die offizielle Urkunde über die Aufnahme in das immaterielle Kulturerbe in Berlin überreicht. Vertreten wurde unsere Gemeinde durch unseren Landrat Herr Hans-Ulrich Ihlenfeld, den Ortsbürgermeister Bernhard Klein und durch das Mitglied des Vereins f. Brauchtum und Dorfverschönerung Herr Peter Lucas, dem Abteilungsleiter Hansel Fingerhut. Die Gemeinde Forst und der Verein für Brauchtum sind sehr stolz auf dies Auszeichnung und bedanken sich für die tolle Unterstützung der der Ausführung dieses Vorhabens. Unser besonderer Dank gilt Herrn Bürgermeister Klein, Herrn Peter Lucas und vor allem dem Heimatforscher Helmut Seebach.

Fotos: © DUK/Christoph Löffler

  • Überreichung der Urkunde
  • Gruppenbild
  • Urkunde Immaterielles Weltkulturerbe Hanselfingerhutspiel

Über das Spiel

Am Sonntag Lätare - drei Wochen vor Ostern - feiert Forst mit dem Hansel-Fingerhut-Spiel sein Sommertagsfest. Das Spiel lässt sich urkundlich bis ins Jahr 1721 zurück verfolgen, hat seine Ursprünge aber wohl mindestens bereits in der ersten Hälfte das 17. Jahrhunderts. Mit diesem Brauch aus der alemannischen Fasnacht soll jedes Frühjahr der Winter vertrieben werden. Als erstes Frühlingsfest in der Verbandsgemeinde Deidesheim hat es sich zu einem beliebten Besuchermagneten entwickelt.

Hansel-Fingerhut-Spiel - Forst / Pfalz

In der Hauptsache handelt das Spiel vom alten Kampf zwischen Sommer und Winter, die durch mit Efeu und Stroh bedeckte kegelförmige Häuschen symbolisiert werden. In seiner ursprünglichen Form war dieser Kampf, aus dem selbstverständlich immer der Sommer als Sieger hervor geht, auch der einzige Bestandteil des Sommertagsspiels.

Nach der Ansiedlung von Immigranten aus der Schweiz nach dem 30-jährigen Krieg vermischten sich die hiesigen Bräuche mit Elementen aus dem alemannischen Raum, was sich vor allem in der Figur des Hansel Fingerhut in seinem Flickenkleid aber auch in der Person der Nudelgret wiederspiegelt. Der Henrich Fähnrich und der Scherer, deren Ursprung wiederum in der näheren Region zu finden ist, vervollständigten im Laufe der Jahre schließlich die illustre Spielergruppe.

  • Der Hansel Fingerhut ist ein lumpiger Geselle, der immer zu Schabernack aufgelegt ist.
  • Hansel-Fingerhut Spiel

Der Hansel Fingerhut, dem das Spiel seinen Namen verdankt, ist ein lumpiger Geselle, der immer zu Schabernack aufgelegt ist. Am liebsten stellt er jungen Frauen nach und am Sonntag Lätare kommt der Schelm voll auf seine Kosten: Kaum eine Besucherin des Fests geht von dannen, ohne dass der Hansel Fingerhut seinen rußigen Kuss auf ihrer Wange hinterlassen hat.

Das Spiel wird im Laufe des Nachmittags mehrfach auf der Dorfstraße aufgeführt.

Dabei erfahren die Zuschauer vom Moderator Details zu den einzelnen Figuren und über die Geschichte des Spiel. Nach der letzten Darbietung des Spiels vor der Felix-Christoph-Traberger-Halle werden die Sommertagsstecken der Kinder prämiert und abschließend wird der Winter symbolisch verbrannt und zumindest vorübergehend aus Forst verbannt.

Ansprechpartner:
Peter Lucas, hafi@brauchtumsverein-forst.de